Menschen sind vielfältig

Die moderne Psychologie umfasst heutzutage sehr viele diverse Perönlichkeitseigenschaften. Im Folgenden möchte ich mich auf die beschränken, die unser Temperament beeinflussen.

Auf dieser Seite gebe ich einen Einblick darüber, was Introversion und Extraversion bedeuten, was typische Denkfehler sind im Umgang mit Introvertierten Menschen und was mögliche Lösungsstrategien um die Stärken von Introvertierten zu nutzen.

Unterschiede 
Introversion & Extraversion

Der wesentliche Unterschied zwischen Extravertieren und Introvertierten liegt im Aufbau des Gehirns. Extrovertierte werden stärker durch äußere Reize stimuliert, wogegen Introvertierte weniger Reize von außen und damit weniger Dopamin benötigen um sich stimuliert zu fühlen. Das kann schnell zu einer Überreizung bei Introvertierten führen.

Introvertierte greifen beim Nachdenken verstärkt auf ihr Langzeitgedächtnis zurück, weshalb sie mehr Zeit zum Nachdenken benötigen. Der Präfrontale Kortex hat eine höhere Durchblutung und weist eine höhere Aktivität auf. 

Durch die schnelle Überreizung sind Introvertierte tendenziell eher produktiver und leistungsfähiger in ruhigeren Umgebungen. Zu laute oder impulsive Umfelder können zur Überlastung führen.

Extrovertierte haben eine größere Aktivierung des Dopaminsystems durch äußere Reize. Sie sind entscheidungsfreudiger und produktiver in Umgebungen mit viel sozialer Interaktion und Stimulatoren.

Keiner der beiden Ausprägungen ist besser als der andere. Sie haben jeweils ihre Vor- und Nachteile.

Menschen sind weder nur introvertiert oder nur extrovertiert. Die Ausprägungen treten als Spektrum auf und der "durchschnittliche" Mensch ist irgendwo in der Mitte des Spektrums.

Typische Denkfehler (Bias)

Biases oder Wahrnehmungsverzerrungen sind tief in uns verankert. Jeder von uns ist mal in das eine tolle Restaurant gegangen, weil es jemand uns empfohlen wurde. Sie können uns aber auch vollkommen in die Irre führen.

Im Zusammenleben mit Introvertierten spielen aus meiner Sicht folgende Wahrnehmungsfehler eine maßgebliche Rolle:

Salienz-Effekt

Wir schenken Dingen (oder Menschen) mehr Aufmerksamkeit, die besonders herausstechen, beispielsweise durch Lautstärke, Gestik, Kleidung oder emotionale Ausdrucksstärke. Die verursachte Gehirnaktivität ist in diesem Fall viel größer ist und mehr Synapsen werden gebildet.
Umgekehrt führt das dazu, dass leise und unscheinbare Dinge (oder Menschen) weniger Aufmerksamkeit bekommen, obwohl sie vielfältig und tiefgründig sein können.

Autoritätsbias

Wer selbstbewusst und souverän spricht, wird oft als Autorität wahrgenommen, auch ohne formale Grundlage. Es entsteht der Eindruck der Führungskompetenz. Dadurch werden Aussagen weniger kritischer hinterfragt, als die von leisen Menschen.

In dieses Phänomen spielt auch der Fluency-Effekt rein. Informationen die leichter und verständlicher sind, werden als glaubwürdiger empfunden.

Verfügbarkeitsheuristik

Wenn Personen präsenter sind, dazu noch laut und oft reden, bleiben sie uns stärker im Gedächtnis. Das Gehirn schließt daraus "Diese Person war zentral oder bedeutend. und wir schätzen die Person als höherwertig ein.

Auch Informationen, die leicht abrufbar oder präsent sind, erscheinen uns wichtiger oder häufiger. Dadurch kommt es zu Urteilsfehlern. 

Mögliche Strategien 
um als Introvertierter mehr gesehen zu werden

Hier sind ein paar Ideen und Wege, wie Introvertierte es schaffen können sich mehr wohl zu fühlen und gesehen zu werden.

Ein erwachsenes NEIN

Zu etwas NEIN sagen bedeutet auch JA zu sich selber zu sagen. NEIN ist eine Art der Selbstfürsorge. Introvertierte sorgen für sich, indem sie JA zu den Dingen und Personen sagen, die ihnen gut tun und NEIN zu dem, was Ihnen nicht gut tut. Das erfordert Mut.

NEIN zu sagen ist ein Erfolg.

Sein Umfeld bewusst wählen

Impulsive Umfelder, in dem leise Töne untergehen, sind nicht geeignet um als introvertierter Mensch zu wachsen. Seine Umgebung nach seinen eigenen Bedürfnissen zu wählen, kann das eigene Wachstum fördern.

Sein Umfeld bewusst gestalten

Für sich selber und andere Grenzen setzen und seine Umgebung nach seinen Vorlieben gestalten kann helfen sich mehr wohlzufühlen.

Sich bewusst aus Situationen rauszuziehen für das eigene Energiemanagement kann auch für Wohlbefinden sorgen.

Introversion als Stärke sehen

Durch tieferes Denken sind entwickelte Ideen hochwertiger. Dadurch können Introvertierte effektiver mit hoher Komplexität umgehen. Man findet nicht ohne Grund viele Introvertierte in technischen Berufen.

Impulsivität als Stärke sehen

Impulsivität hat viele Stärken. Sie sorgt dafür, dass Gespräche in Gang kommen oder dass Konflikte frühzeitiger gelöst werden. Wenn ich in anderen dies als Stärke erkenne und nutze, verändert das auch die Haltung zu mir selbst.

Freies Sprechen ist erlernbar

Vor Menschen rhetorisch gewandt sprechen ist erlernbar, genauso wie das erforderliche Selbstvertrauen. 

Bewusstes Verlassen seiner eigenen Komfortzone trainiert und fördert die eigene Sichtbarkeit.

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